Die Geschichte des Hutes

Herkunft des Wortes

Das Wort stammt vom mittelhochdeutschen Huot ab und bedeutete ursprünglich Decke oder Schutz (im Sinne von Obhut), wurde dann aber speziell in der Bedeutung Kopfbedeckung verwendet. Die feminine Form (huote) bezeichnet dagegen Aufsicht, Fürsorge, Schutz im Allgemeinen. Diese wurde unter anderem in Bezug auf Lehnsverhältnisse, die Bewachung von Frauen (siehe huote-Exkurs in Tristan), aber auch militärische Wachen verwendet. Daraus entwickelte sich die Redensart „auf der Hut sein“

 

Hut – Die Geschichte des Hutes

Die Geschichte des Hutes als Kopfbedeckung ist lang und lässt sich bis zu den alten Griechen und Römern zurück verfolgen. Bei den Griechen waren es in erster Linie die Handwerker welche einen Hut trugen. Bei den Römern waren es zunächst die Sklaven, die man in die Freiheit entlassen hatte. Da der Hut in Rom symbolisch für die Freiheit stand bekam jeder Sklave nach dem Ende seiner Gefangenschaft einen Solchen zur Mitnahme auf seinem zukünftigen Weg ausgehändigt. Erst nach dem Tode von Kaiser Nero wurde der Hut in Rom auch bei der übrigen männlichen Bevölkerung gesellschaftsfähig. Frauenhüte waren dagegen in der Antike vollkommen unbekannt. Die weibliche Haarpracht wurde lediglich mit Spangen, Reifen oder Tüchern gebändigt.

Gesellschaftsfähig wurden Hüte jedoch erst im 12. bis 13. Jahrhundert. Von da an galt er bei der männlichen Bevölkerung als Standeszeichen. Als besonders wertvolle Hüte galten zu jener Zeit Pfauenfederhüte, mit Biberhaar belegte Filzhüte und Barrets aus Seide. Einfache Barrets aus Stoff oder Wolle, sowie Strohhüte waren ein Zeichen für die Menschen einfacher Herkunft. Frauen begannen erst ab dem 14. Jahrhundert mit dem Tragen von eigenen Hüten. Besonders der Hennin, ein zuckerhutförmiger mit Schleiern behängter Hut von bis zu einem Meter Höhe war zu jener Zeit deutliches Erkennungsmerkmal für eine reiche Bürgerin oder sogar Adelige. Bis ins 16. Jahrhundert hinein dominierten solche kegelförmigen Hüte mit zusätzlicher breiter Krempe auch die Männerhutmode. Der spätere Zylinder sollte in diesen Hutformen seinen Ursprung haben.

 

Eine Kopfbedeckung als Spiegel seiner Zeit

Vom 18. Jahrhundert an zeigte man im Volke mit so manch einem Hut nicht nur seine ständische Herkunft, sondern nunmehr auch seine politische Gesinnung an. Graue Filzhüte – so genannte „Heckerhüte“ – waren in Skandinavien Zeichen für eine demokratische Gesinnung. Deren Träger wurden nach 1849 politisch verfolgt. Auch die Baskenmütze war ein Zeichen für eine antimonarchistische Einstellung und daher ebenfalls alles andere als gern gesehen. Strohhüte und Ballonmützen waren beim einfachen Volk dagegen als neutrale Kopfbedeckungen durchaus beliebt und populär. Im Adel und in der feinen Gesellschaft entstanden ab 1800 Hüte, die auch heute noch populär sind. Allen voran der Zylinder, die Melone und der Homburger. Der als Kreissäge bekannte Strohhut aus Italien sowie der Trilby waren weitere Hutkreationen dieser Epoche. Bei den Damen waren Hüte zur Zeit des Biedermeier vollends aus der Mode gekommen und hatten den unterschiedlichsten Arten von Hauben Platz gemacht. Ein Überbleibsel davon sind die bis heute erhaltenen Hauben der kirchlichen Ordensschwestern geblieben.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen bei den Damen reich geschmückte grosse runde Hüte mit breiter Krempe und reichlich Verzierung aus Federn, Schnüren und Blumen in Mode. Dabei galt erneut: Je schicker der Hut, desto höher stand die Dame auch in der Gesellschaft. Ab den zwanziger Jahren wurden die Hüte dann deutlich kleiner und die ersten Mützen hielten Einzug auf dem Kopfbedeckungsmarkt. Als Dame galt man bis hinein in die dreissiger Jahre jedoch als schlecht angezogen, wenn man keine Kopfbedeckung trug. Erst zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges war man eher eine Exotin, wenn man als Frau noch etwas anderes, als Kopftücher trug. Bei den Männern waren zu jener Zeit vor allem Schiebermützen angesagte Accessoires.

 

Der Hut – Die Klassiker seiner Zeit

Ab den fünfziger Jahren besann man sich kurzzeitig noch einmal auf ausdrucksstarke Hüte, wie Melonen oder Zylinder. Doch schon bald, mit Aufkommen des Automobils, verlor der Hut als modische Kopfbedeckung immer stärker an Bedeutung. Bald wurde er nur noch als Schutz vor Wind und Wetter gebraucht. Mützen, wie die Baseballcap und die Beanie waren fortan auf dem Vormarsch. Klassische Hüte, wie Zylinder, Melonen oder Homburger verschwanden mehrere Jahrzehnte nahezu ganz von der Bildfläche.

Erst Anfang des neuen Jahrtausends begann man einzelne Hüte als Kopfbedeckung wieder zu entdecken. Heute tragen immer mehr Leute wieder einen Trilby, einen Panama Hut oder auch ein Flat Cap. Nach wie vor angesagt sind überdies Cowboy Hut, Baseball Cap und Beanie Mütze. Greifen Sie doch auch einfach mal zu einem angesagten Hut als Kopfbedeckung. Den neugierigen, anerkennenden Blicken Ihrer Mitmenschen können Sie ganz klar gewiss sein.